Unser 10-Punkteplan


  1. Hier reden SIE mit! Hier redest DU mit!
  2. Echte Nachhaltigkeit als Grundprinzip
  3. Schnelles Internet und gut ausgebauter Mobilfunk
  4. Betreuungsgarantie für jedes Kind & freie Wahl der Schulen 
  5. Nordhorn - lebenswert auch im Alter
  6. Fahrradfreundliche Innenstadt ohne Busverkehr
  7. Bezahlbare Mieten und Wohnraum
  8. Attraktive Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
  9. Wirtschaftsförderung als Kernaufgabe
  10. Tourismus als Gewinn für alle

1. Hier reden SIE mit! Hier redest DU mit!

Nordhorner Bürgerinnen und Bürger sollen aktiv über die aktuellen Entscheidungsprozesse informiert werden. Ergebnisse aus Sitzungen werden live gestreamt und Ergebnisse für Social Media aufbereitet und zeitnah veröffentlicht. Inhalte, auch außerhalb der Tageszeitung, sollen für jeden einsehbar sein und kostenlos verfügbar stehen. Wichtig ist uns, dass dies keine Einbahnstraße ist: Meinungsbilder werden in die Verwaltung und Politik zurückgespiegelt. Politik darf sich nicht hinter verschlossenen Türen abspielen. Anträge und Vorlagen müssen so geschrieben werden, dass sie jeder verstehen kann.

Sowohl bei der Suche und Analyse von Themen rund um Nordhorn als auch bei der Findung von Lösungsmöglichkeiten setzen wir auf eine breite Bürgerbeteiligung. Das Mitreden ist somit ausdrücklich erwünscht. 


2. Echte Nachhaltigkeit als Grundprinzip

Wie sieht ein nachhaltiges Nordhorn in Zukunft aus? Wie bleibt die wachsende Stadt lebenswert und wie müssen sich Wohnen und Mobilität speziell im Hinblick auf die Umwelt verändern?

Unserer Meinung nach ist es wichtig, viele Akteure an einen Tisch zu bekommen um einen Konsens zu finden. Planer, Investoren, Verwaltung, Politiker und - ganz klar - die Einwohner. Es gibt viele Möglichkeiten der Beteiligung, z.B. Bürgerversammlungen, (Bau-)Ausstellungen, Online-Abstimmungen oder auch Apps. Wichtig ist uns Transparenz! Dabei sollten alle Überlegungen und Entscheidungen immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet werden.

 

Nur so nehmen wir unsere Verantwortung für die nachfolgenden Generationen wirklich ernst. Wirtschaftliche Interessen und nachhaltige Stadtentwicklung müssen sich dabei nicht im Wege stehen. Die ökonomisch, ökologisch und soziale Tragfähigkeit muss bei jeder Entscheidung eine entscheidende Rolle spielen. Was nützt ein hochrentables Projekt, wenn es zu neuen Ungleichheiten führt? Nachhaltigkeit darf also nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Gerade bei Themen wie Wohnungsbau, Verkehrs- und Stadtplanung spielt die Nachhaltigkeit für uns eine übergeordnete Rolle.


3. Schnelles Internet und gut ausgebauter Mobilfunk

Ein schneller Internetanschluss ist elementar in einer digitalisierten Welt. Wir wissen nicht wie sich Nordhorn und die Welt in den nächsten 20 Jahren entwickelt wird. Aber uns ist klar, dass kein Weg an einem schnellen Internetanschluss vorbei geht.


Die Datenmenge wird stetig und exponentiell zunehmen: Streaming, Videokonferenzen und das Surfen im Internet sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die letzten Monate haben uns gezeigt, dass es sogar elementar für die Bildung unserer Kinder sein kein. Und letztlich ist es natürlich auch ein wichtiger Aspekt von Teilhabe.


Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor! Der Wert der Immobilie steigt und das Home Office wird möglich. Es ist jetzt schon absehbar, dass sich auch die Arbeitswelt in den nächsten Jahren massiv verändern wird. Immer mehr Menschen werden von zu Hause aus arbeiten (wollen). Die Grundlage dafür ist aber eine gute digitale Infrastruktur.


Gleiches gilt für den Mobilfunk. Der Ausbau der Netze in Nordhorn ist nicht gut. Die Netzqualität ist schwankend. Hier gibt es einen notwendigen Verbesserungsbedarf!


4. Betreuungsgarantie für jedes Kind & freie Wahl der Schulen

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein. Junge Familien brauchen Planungssicherheit. Dieses beginnt mit einer Krippen- und Kitaplatz-Garantie. Viele Kitas bieten Sonderöffnungszeiten an; Schulen jedoch häufig nicht. Das führt zu Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir denken, dass eine Frühbetreuung an jeder Schule die Regel sein soll. Gleiches gilt für die Ganztagsbetreuung. 

 

Der Besuch einer Schule darf nicht länger abhängig vom Wohnort sein. Das Konzept der Schulbezirke ist überholt, wird ohnehin nicht lückenlos angewandt und gehört abgeschafft. Oberstes Kriterium für die Wahl der Schule soll das Schulprogramm und die pädagogische Ausgestaltung der jeweiligen Schule sein. Schulen können sich spezialisieren und den Kindern und Eltern ein breiteres Angebot zur Verfügung stellen. 


5. Nordhorn - lebenswert auch im Alter

Der demographische Wandel schreitet weiter voran und wir alle werden immer älter. Investitionen in altersgerechte Wohnungen sind Eckpfeiler einer Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik. Es ist wichtig, dass sich auch unsere Stadt auf allen Ebenen den Herausforderungen des Alters und der Barrierefreiheit stellt. Ziel muss es sein, dass Wohnraum nicht nur bezahlbar, sondern gleichzeitig den sozialen und demographischen Anforderungen gerecht wird.

 

Sowohl die soziale Wohnraumförderung als auch das KfW-Zuschussprogramm "Altersgerecht Umbauen" leisten wichtige Beiträge für die Anpassung des Wohnungsbestandes und für den Neubau barrierearmer/ -freier Wohnungen. Oft reichen aber auch schon einfache Bausteine wie Sitzbänke, Rampen oder auch Schilder mit größerer Schrift.

 

Menschen mit Beeinträchtigungen müssen den Wohn- und Lebensraum ihren Bedürfnissen entsprechend gestalten können. Es muss einfach selbstverständlich sein, dass man an alle Mitglieder der Gesellschaft denkt. Schließlich bringt Barrierefreiheit bei Wohnungen, öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln sowie privaten Dienstleistungen Vorteile für alle Bürger. Nicht nur Menschen mit Behinderungen profitieren, auch Ältere, Kinder, Eltern, Radfahrer und alle, die zeitweise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.


6. Fahrradfreundliche Innenstadt ohne Busverkehr

Bei der Verkehrsplanung ist ein radikales Umdenken nötig. Wir müssen den Autoverkehr drastisch reduzieren, denn den Preis für Lärm und Umweltverschmutzung zahlen alle. Besonders der Busverkehr durch die Firnhaberstraße ist uns ein Dorn im Auge. Wir fordern deshalb: Es fährt kein Bus mehr durch diese Straße. Es gibt keine Ausnahmen! Die Firnhaberstraße wird zur Sackgasse, befahrbar von der Seeuferstraße. Die Verkehrsführung für den Busverkehr wird entsprechend geändert. 

 

Es soll teurer sein, in der Stadt Auto zu fahren, als öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Das B!FN befürwortet eine stärkere Förderung des ÖPNV. Mittelfristig können wir uns auch einen kostenlosen Nahverkehr vorstellen. Weitere Möglichkeiten zur Förderung des Radverkehrs sind zusätzliche Radfahrstraßen, die temporäre Einrichtung von Radfahrstreifen und mehr Parkplätze für die vielen Fahrräder, speziell in der Innenstadt. Als fahrradfreundliche Stadt ist ein Fahrradparkhaus mit vielen Ladesäulen eine wichtige Ergänzung.


7. Bezahlbare Mieten und Wohnraum

In den vergangenen Jahrzehnten ist Nordhorn stetig gewachsen. Unsere Stadt zählt mittlerweile mehr als 55.000 Einwohner. Eine der Folgen dieses Wachstums ist die Verknappung von Wohnraum, wodurch unweigerlich auch die Preise steigen. Nur der Bau bezahlbarer Wohnungen kann den Mietpreisanstieg bremsen. Haben Sie mal versucht in Nordhorn eine bezahlbare Wohnung zu finden? Oder haben Sie sich schon mal für ein Baugrundstück beworben?

 

Die Stadt ist daher aufgefordert, innerhalb der Innenstadt weiter zu verdichten, Baulücken zu schließen und neues Bauland zu schaffen. Bestehendes Planungsrecht mit konkret genehmigten Vorhaben sind zügig umzusetzen. Insbesondere bei der Verdichtung sollen die Bürger*innen in die Planung mit einbezogen werden. Wir denken, hier besteht erhöhter Handlungsbedarf.

 

Der Bau von bezahlbarem Wohnraum und privates Bauen muss attraktiver werden. Grundsteuer und Grunderwerbssteuer sind hier essentielle Stellschrauben. Auch die Förderung von Baugenossenschaften und Baugemeinschaften junger Familien sind wichtige Eckpfeiler. Schließlich bringen eine hohe Wohnqualität und funktionierende Nachbarschaften sowohl den Bauherren als auch der Stadt Vorteile.


8. Attraktive Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene

Jugendliche und junge Menschen brauchen mehr (Frei-)Räume. Das B!FN ist der Meinung, dass in diesem Bereich viel mehr getan werden muss als bisher. Wir vermissen interessante Angebote für die jungen Menschen. Nicht nur aus diesem Grund braucht Nordhorn für die Jugendarbeit ein neues Konzept, dass wirklich die Anliegen und Interessen der Jugend anspricht.

 

Die Jugend ist mit Sicherheit nicht unpolitisch - hält aber dennoch eine gewissen Distanz zu den etablierten Parteien. Junge Menschen sind grundsätzlich bereit, sich für gesellschaftliche Ziele zu engagieren. Um zu wissen, was junge Menschen möchten, wie sie über das Leben und die Probleme in Nordhorn denken, sollte man sie zunächst einmal fragen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Jugend auch die Möglichkeit hat, ihre Interessen einzubringen. Und zwar auf ihre eigene Art und Weise. Dieses kann viele Bereiche betreffen. Stadtentwicklung, Schutz von Umwelt und Natur, nachhaltiger Konsum, Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Dieses sind nur einige Beispiele, wo wir die jungen Menschen anhören müssen, um dann sicher auch von ihnen lernen zu können. 


9. Wirtschaftsförderung als Kernaufgabe

Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und sorgen für wirtschaftliches Wachstum. Nordhorn braucht eine aktive und einladende Wirtschaftsförderung. Handwerker, Selbstständige und Firmen müssen eine aktive Unterstützung durch die Stadt erfahren. Hierbei ist das Konzept "ein Ansprechpartner" unerlässlich. Die Verwaltung muss sich mehr als Dienstleister und Partner für Unternehmen sehen. Nordhorn muss sich als "Macherstadt" etablieren.

 

Wir stehen für eine aktive Ansiedlung von Unternehmen und die Förderung kreativer Start-Ups. Rahmenbedingungen für Unternehmen müssen verbessert werden, damit sie in Nordhorn erfolgreich sind, wachsen und sich weiterentwickeln können. Dazu gehören u.a. die Entbürokratisierung von Genehmigungsverfahren und die Schaffung neuer, attraktiver Gewerbeflächen. Auftretende Probleme müssen schnell und zuverlässig gelöst werden.


10. Tourismus als Gewinn für alle

Nordhorn ist ein schöner Flecken Erde und bereits über die Grenzen des Landkreises als Wasserstadt bekannt. Die einmalige Lage der Innenstadt als Vechteinsel mit jährlichen Events und der Tierpark sind wichtige touristische Attraktionen. Dennoch: Nordhorn kann wesentlich mehr! Das touristische Profil unserer Stadt ist unklar; die Bekanntheit kann höher sein und das Potential als Tourismusstandort ist nicht vollends ausgeschöpft. Das B!FN fordert daher, sowohl das Stadtbild zu verbessern als auch das Tourismusgeschäft weiter auszubauen. Es bedarf eines verbesserten Stadtmarketings, um Nordhorn zu stärken und die Besucherzahlen zu steigern. Zentrale Stärken, wie Nordhorn als Wasserstadt und auch die Nähe zu den Niederlanden, müssen besser herausgestellt und Schwächen sukzessive abgebaut werden.

 

Chancen, die genutzt werden sollten beinhalten vor allem die Themen "sanfter Tourismus" bzw. "nachhaltige Mobilität", Schlüsselprojekte wie die Umgestaltung des ZOB und das Einkaufserlebnis in Nordhorns Innenstadt. Ferner denken wir, dass neben dem Wohnmobilstellplatz auch ein Campingplatz ggfs. mit Anbindung an den vorhandenen Ferienwohnpark am Vechtesee eine gute Möglichkeit ist, Nordhorn für den Tourismus weiterzuentwickeln. 

 

Mit einer Digitalisierungsoffensive u.a. mit dem Ausbau von Social Media Aktivitäten (Facebook, Twitter, Instagram, Youtube) und der Verbesserung des innerstädtischen, freien WLAN, kann Nordhorns Bekanntheitsgrad wesentlich breiter gesteigert werden.

 

Aus Sicht des B!FN hat Nordhorn eine große Chance und eine positive touristische Zukunft, wenn es die Positionierung "naturnahe Wasserstadt an der Grenze zu den Niederlanden" in allen Bereichen spielt.